Vitamin-K bzw. K2 & Osteoporose: Mythos oder Realität? Weitere Infos zu Vitamin-K

Vitamin-K ist ein fettlösliches Vitamin, 1929 schon entdeckt von Henrik Dam. Vitamin-K und K2 sind wichtig und besonders K2, was wir z.B. im Eigelb (tierische Produkte weitgehend) finden oder in Natto (Sojaprodukt) ist wichtig als Aktivator (carboxyliert Proteine) von Proteinen, die uns Vorteile bringen sollen.

Vitamin-K ist wichtig für die Blutgerinnung (Leber nutzt es für Gerinnungsfaktoren) und K2 soll für die Knochengesundheit wichtig sein, so ließt man es oft.

Das normale Vitamin-K1 finden wir z.B. im Gemüse. Laut der neuen Arbeit ist Vitamin-K (ich denke K2 eher) wichtig für die Carboxylierung (Aktivierung) von Osteocalcin (Protein, welches im Knochen gebildet wird – danke Vitamin-D), was essentiell ist für die Knochengesundheit, da es Kalzium bindet. Also K2 carboxyliert Osteocalcin, und schaltet es sozusagen erst an, was der Knochengesundheit entgegenkommen soll.

,, Indeed, VK is needed to carry out the process of osteocalcin (OC) carboxylation‘‘

Einige Studien (verschiedene Designs) zeigen eine positive Verbindung zwischen Vitamin-K und Knochenmasse und eine negative Korrelation mit dem Frakturrisiko (also geringer). Es ist also nicht nur die Milch, die wir brauchen für die Knochen, so scheint es (auch Vitamin-D und Vitamin-K).

In Japan wird Vitamin-K in der Behandlung und in der Prävention von Osteoporose schon angewendet, besonders wichtig nach der Menopause.

Die zwei Hauptformen von Vitamin-K:
K-1 (Phyllochinon) wird hauptsächlich aufgenommen durch die normale Ernährung und wird durch Pflanzen gebildet (grünes Gemüse), auch gewisse Sojaöle enthalten es. Sogar Obst kann Punkten (Kiwi). Fleisch hat auch geringere Mengen.

K-2 (Menachinon und seine Subtypen) wird im Körper durch Bakterien gebildet (Darm), wir finden es aber auch im Käse, Fleisch, Eiern und Natto (fermentierte Sojabohnen mit großen Mengen > 775 mcg pro 100 g).

K1 kann konvertiert werden in K2. Man hat auch anscheinend keine großen Reserven für Vitamin-K und schnell könnten die Mengen aufgebraucht sein.
Nachschub bitte!

Die National Academy of Sciences empfiehlt bis zu 75 mcg täflich für Jugendliche. Erwachsene sollten 120 mcg täglich als Mann aufnehmen oder 90 mcg täglich als Frau. Könnte aber nicht genug sein.

K1 aus Gemüse ist weniger bioverfügbar als K1 aus Ölen. K2 ist hauptsächlich in tierischen Produkten zu finden und Natto. Die Länge der Seitenketten von K2 beeinflusst die Bioverfügbarkeit. Gallensalze sind wichtig für die Aufnahme aber dort im Darm, wo K2 gebildet werden kann, finden wir die anscheinend nicht. Ältere haben ein höheres Risiko für K2-Mangel, da sie weniger davon selber produzieren. Gerade hier wäre es aber wahrscheinlich so wichtig.

Man kann die K2-Aufnahme eventuell ermitteln durch Essfragebögen und wichtig noch, man kann die Aktivität von K2 ermitteln. Dafür quantifiziert man die K2-abhänigen Proteine (besonders OCN – Osteocalcin), die nicht carboxyliert wurden. So kann man vielleicht ermitteln, wie es um K2 steht. Aber hier gibt es für diesen Weg wohl keinen Standardtest.

,, by quantifying undercarboxylated VK2-dependent proteins, like OCN‘‘

Knochen:
Vitamin-K ist wichtig für die Kraft unserer Knochen, da es ein Kofaktor für ein wichtiges Enzym ist, welches Vitamin-K-abhängige Proteine aktiviert im Knochen. Ein Enzym hier wäre γ-Glutamylcarboxylase (γ steht hier für gamma).

Proteine, welche dadurch aktiviert werden, sind z.B. Osteocalcin, MGP-Protein (matrix Gla protein), Gla-rich Protein, protein S und growth arrest specific 6 protein (Gas6).

Gla-Proteine befinden sich in Körperflüssigkeiten und der extrazellulären Matrix und können Kalzium binden.

Kurz: K2 soll die Knochenformationen fördern aber auch den Abbau senken. Nicht alle Studien zeigen einen Effekt auf die Knochenmineraldichte. Kalzium und Vitamin-D muss vielleicht zusätzlich zugeführt werden für eine Wirkung. Es braucht mehr Studien, die nicht observierender Natur sind.

MGP (Protein oder Matrix-GLA-Protein):
K2 soll dieses Protein aktivieren, welches ein Kalzifizierungshemmer sein soll, der in Gefäßen gebildet wird. So nimmt an an, dass es uns in unseren Gefäßen vor Verkalkung schützen ,,könnte‘‘, was es so interessant macht.

,, In the skeleton, this protein acts to prevent calcification of blood vessels, soft tissues and cartilages [45].‘‘

Folgende Limitationen sieht man in vielen Studien:
-kleine Gruppen
-oft Untersuchungen an Asiaten
-Typ und Dosierung an Vitamin-K unterschieden sich
-manche Studien rechnen Kofaktoren, wie z.B. Lifestyle nicht ein und Daten kamen aus Eigenangaben (Vitamin-D-Aufnahme)
-weniger Studien an Männern, wenn es um Knochengesundheit geht
-etc.

Vitamin-K verspricht viel, nur muss die Wirkung auf den Knochen noch fest bestätigt werden.

Vitamin K and osteoporosis: Myth or reality? -  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28403946

 

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