Binge-Eating – Eine kurze Anekdote über Gründe und ob Bewegung hilft

Binge-Eating, wenn man mind. 1-mal die Woche Essanfälle hat und sich das über mind. 3 Monate zieht, gepaart mit einem Gefühl von Kontrollverlust.

Es scheint viele Gründe zu geben, von Emotionen (emotionale Dysregulation), Reward-Dysfunktion im Gehirn, Ernährungsverhalten, Sorge um das Gewicht, Stress.

Personen scheinen hier im Gehirn z.T. eine Überreaktion zu zeigen, eine ,,hyper-reward-response” oder auch ,,elevated reward responsivity” auf Nahrungsreize, welche anziehender wirken Vs. Personen, welche das Problem nicht haben. Heißhunger könnten über negative Emotionen getriggert werden damit die Nahrung dich wieder positiv stimmt. Dann gibt es noch den Punkt ,,dietary restraint” (bewusste Esskontrolle), die Stimme in deinem Kopf, welche sagt: ,,Weniger Kalorien bitte, wir verbieten uns jetzt Chips und Schoko, schlank im Sommer, Hallooo!”. Verbote führen dann zu einer Gegenreaktion.

Was hilft? Therapie, also Verhaltenstherapie mit einer Remissionsrate von bis zu 60%. Manchmal gibt es dazu noch Antidepressiva.

Da aber nicht immer jeder profitiert von dieser Behandlung, schaute man, ob sich mehr Bewegung eignet, um zuätzliche Abhilfe zu schaffen.

Personen mit Binge-Eating-Problemen zeigten öfter weniger aktives Bewegungsverhalten. Dazu gibt es nun eine Analyse, die die Datenlage interpretiert zum Thema.

Das Ergebnis ist interessant, da mehr Bewegung Binge-Eating-Episoden reduzieren kann, auch Depressionen werden zu einem gewissen Teil beeinflusst positiv.

Das ,,Mehr” an Bewegung könnte das Reward-System (verstärkt Verhalten und wirkt auf Anziehungskraft der Lebensmittel) beeinflussen, Heißhunger reduzieren. Des Weiteren könnten Neurotransmitter, welche die Stimmung beeinflussen, eine Rolle spielen. Stressreduktion wäre ein weiterer Aspekt, wenn du nicht jetzt noch Vollgas gibst hier und Stress erhöhst. Auch die Appetitkontrolle kann besser werden, kennen wir ja vom Konzept ,,Zone of Regulation”. Es gibt wahrscheinlich ein Mindestmaß an Aktivität, hier z.B. an Schritten pro Tag in einer Arbeit, die die Appetitregulation in der Norm halten und welche die Sättigung einer Mahlzeit erhöhen könnten. Inaktive Personen haben ein ineffizienteres Sättigungssignal im Gegensatz zu mehr aktiven Personen, so scheint es.

Quellen:

[1] Shared and unique mechanisms underlying binge eating disorder and addictive disorders
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5796407/

[2] Predictors and mediators of treatment outcome in patients with binge eating disorder
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17643390

[3] A Systematic Review of Physical Activity Interventions in Individuals with Binge Eating Disorders

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29460067?dopt=Abstract